Männer vom Mars und Frauen von der Venus, Teil 1
Was mich zum folgenden Text bewegt hat: eine anregende Diskussion, worin eigentlich der Unterschied zwischen Frauen und Männer liegt. Gibt es da überhaupt Unterschiede? Stimmt es, dass Frauen nicht einparken können und Männer ein schlechtes Gedächnis haben?
Dazu habe ich mir einmal Gedanken gemacht, und möchte dem einmal nachgehen. Zunächst beginne ich einmal mit einem historischen Ablauf der Frauengeschichte.
Ist die Frau von beginn an schon dazu verdammt worden, dem Manne gefügig zu sein? Gab es schon früher sowas wie Gleichberechtigung und Gender?
1. Station: Die Bibel.
1. Buch Mose, Genesis, Kapitel 1, Vers 27:
Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.
Also hat Gott die Menschen erschaffen.
1. Buch Mose, Genesis, Kapitel 2, Vers 20 - 24:
[...] aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.
Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch.
Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.
Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist.
Hier haben wir es also: Zuerst war der Mann. Da er aber keine Gehilfin hat, erschafft Gott aus den Rippen von Adam eine Männin.
Wie kann man diese Stelle deuten? Das Wort “Gehilfin” hat für mich einen eindeutigen Unterwerfungsdrang. Wenn man näher über diese Stelle nachdenkt, könnte man fast schon den Eindruck gewinnen, die Bibel könnte dezent frauenfeindlich sein. Dieser Umstand wird schnell klar, wenn man sich folgendes in Erinnerung ruft: Die Übersetzungen der Bibel wurden durch griechische Schriftführer stark geprägt. Und die Griechen mögen klug und weise gewesen sein, die Gleichberechtigung haben sie mit Sicherheit nicht erfunden. Dort galt es eher als üblich für Männer, in einem etwas höherem Alter zu heiraten. Denn dann sei man so weit, das andere Geschlecht richtig zu lehren und bändigen. Interessant wäre es also, wie das ganze eigentlich in den originalen, hebräischen Quelltexten beschrieben wird. Auch fest steht: Auch zu deren Zeiten stand es mit Sicherheit nicht viel besser um eine Gleichberechtigung.
Ad conclusio: Hier werden wir nicht so richtig fündig was Gleichberechtigung anbelangt. Fest steht: Die Griechen war eine Männer-dominierende Gesellschaft. Die Bibel, wie sie wir heute kennen, stoßen immer wieder seltsame Bemerkungen zum Thema: Frau. Wieweit sie und vor allem was sie aussagen möchte zum Thema: Frau ist nicht ganz sicher und schwierig richtig zu deuten.
2. Station: Urgeschichte
Früher, ja da war alles besser mit der Gleichberechtigung, ja wenn nicht gar besser. Und mit früher meine ich so um die Steinzeit oder so herum, als die Menschen noch als Jäger und Sammler durch die Gegend liefen und in Höhlen hausten. Die Männer gingen in Gruppen jagen, während die Frauen zurück blieben, Essen zubereiteten und Kinder gebährten. Naja, klingt jetzt etwas sehr überzeichnet, aber so stellt man sich heute diese Zeit vor. Da waren Mann und Frau gleich wichtig für die Gruppe.
Die Venus von Willendorf scheint ein Zeichen dafür zu sein, dass es auch Kulte um Frauen gegeben hat. Historiker gehen sogar davon aus, dass es damals viele Verbände von Menschen gab, wo die Frau das Sagen hatte, also ein Matriachat.
Aber irgendwann scheint sich etwas verändert zu haben. Ich denke, es begann mit der Sesshaftigkeit der Menschen. Von da an waren es immer mehr die Männer, die das Zepter der Macht in der Hand hielten.
Ad Conclusio: Es scheint eine Zeit gegeben zu haben, wo Frauen tatsächlich mehr beachtet und auch verehrt wurden. Ich nehme zwar an, dass es heute noch versteckt Stämme gibt, in denen ein Matriachat herrscht, aber sie sind nur wenige. Die Mehrheit der heutigen Zivilisationen sind eindeutig von Männern geführt.
3. Station: Gegenwart
Machen wir einen Riesensprung in die Gegenwart, weil seit Beginn der Sesshaftigkeit hat sich meines Erachtens nicht allzuviel getan an der Gleichberechtigung. Erst seit den etwa 70er Jahren des 20. Jahrhunderts begann langsam, zögernd aber doch ein Umdenken. Immer mehr Staaten erlaubten es, Frauen wählen zu lassen. Eigentlich schon traurig. Doch es wird noch trauriger: Immer noch gibt es Institutionen, welche vorschreiben möchten, ob Frauen abtreiben dürfen oder nicht. Und es wird noch viel schlimmer: Mittlerweile scheint es in den westlichen Ländern Mode zu werden, nicht mehr allzulange bei den Kindern zu bleiben. Stattdessen schickt man die Kleinkinder schon möglichst rasch in den Kindergarten. Und es geht weiter: Es ist immer noch verpönt, wenn Männer in Karenz gehen statt deren Frau. Und es geht immer noch weiter: Frauen verdienen immer noch nicht so gut wie Männer. Begründung: Sie könnten ja ausfallen. Und kein Scherz: Es gibt immer noch Firmen, die Frauen bei Vorstellungsgesprächen fragen, ob sie planen, ein Kind zu bekommen. Und diese Frage wird nicht aus Höflichkeit gestellt.
Ad Conclusio: Die Gegenwart sieht nicht angenehm für Frauen aus. Und dann wird immer gesagt, wir seien eine “aufgeklärte” Gesellschaft. Naja…
Ich glaube es wird wirklich ein Umdenken wichtig. Denn gestehen wir uns einmal ein: Können wir uns das Geschlecht bei Geburt aussuchen? Wieso soll eine Seite aus nicht gerechtfertigten Gründen benachteiligt werden?
So, das also einmal als Einführung in meine Gedanken. Ich habe hier bereits schon viele Dinge angeschnitten, die ich in den nachfolgenden Teilen nocheinmal auffrischen werde. Ich hoffe meine Statements sind klar und verständlich. Sollte es Kritik, Anregungen, Beschwerden, etc. geben, so schreibt sie mir doch bitte per Comments.