Kritik an Blizzard, wowszene

Posted on Februar 9, 2008.

Ich bin ja ein regelmäßiger wowszene.de - Leser und finde diese Homepage sehr sehr fein. Ich habe gerade einen Bericht gelesen, den ich äußerst genial finde, daher zitiere ich ihn hier einmal rein:

Zitat von: www.wowszene.de, Samstag 9. Februar 2008, 3:34 morgens:

>> Dass meine News zum Thema Gamemaster und Blizzard Support viel Staub aufgewirbelt haben, ist wohl unbestritten. Von diversen Flamethreads, in denen Vergleiche zu Hitler gesponnen wurden, bis hin zu selbstverliebten Blogschreibern, die die rosarote Blizzardbrille aufhaben, war in den letzten Tagen alles dabei. Größtenteils sind diese Beiträge inhaltlich durchzogen von persönlichen Beleidigungen gegen meine Person und Haarspalterei: Es sei vielleicht mal so gewesen, aber mittlerweile sei es sicher nicht mehr so. Hierbei werden natürlich meine Quellen als unseriös und die eigenen Quellen als zuverlässig dargestellt. Es ist ja auch am einfachsten, immer wieder meine Person in Frage zu stellen, als sich neutral mit der Sache auseinander zu setzen.

Nach meiner zweiten News zu dem Thema bekam ich viele eMails von ehemaligen und noch aktiven Gamemastern. Darüber hinaus hatte ich ein sehr nettes und langes Gespräch mit einem kürzlich geschiedenen GM im IRC. Ich möchte also an dieser Stelle einige Zitate bringen und diese kommentieren:

“Du bist dir aber auch im klaren Darüber das du mit dieser Frust nun auch bei Gamemastern für Frust sorgst? [...] Ich weiß, dass es sehr viel Frust gibt, müssen aber evtl. solche Tricks wirklich veröffentlich werden? Ich meine, was würdest du machen wenn du noch 200 Tickets bearbeiten musst, dich jeder Spieler stresst und 10 Minuten aufhält mit unsinnigen Fragen uvm. und du deshalb deinen Job verlieren kannst, weil die Spieler den Support teilweise auch nicht richtig nutzen?” (Xenon, 07.02.08, per eMail)

Auch wenn man dies im offiziellen Forum fast panisch abgestritten hat, ist dies ein Punkt, bei dem sich alle Mails einig sind: Wenn man ein Ticket vor Beendigung des Gesprächs selbstständig schließt, gilt das Ticket als nicht bearbeitet. Natürlich ist dieses Wissen eine “Waffe” in der Hand der Community. Aber wie soll Blizzard anders merken, dass die User unzufrieden sind? Scheinbar bin ich mal wieder falsch verstanden worden: Es geht mir nicht darum, dafür zu sorgen, dass die “kleinen Lichter”, in diesem Fall die GMs ihren Job verlieren, sondern darum, dass Blizzard erkennt, dass sich die Community nicht alles gefallen lässt und mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist. Dazu auch gleich das nächste Zitat:

“Das Problem ist, viele GM würden gerne mehr helfen und machen, aber du bist halt von Blizz recht kurz an der Leine gehalten. Ich hab damals viele Sachen versucht als GM, aber das Beste, was du bei Blizz als GM Angestellter machen kannst, ist dem Kunden zu zeigen, dass jemand da ist und sich das Problem anschaut. Mehr kannst du aber in der Regel nicht machen. Item, Zeit oder irgendwas wiederherstellen, ist von Vornherein nicht gestattet. Und da fängt auch das Problem an.” (Ama, 06.02.08, im IRC)

Dass es auch “gute” Gamemaster gibt, die gerne helfen würden, es aber aufgrund von strikten Vorlagen nicht können, ist wohl jedem klar. Aber müssten uns nicht gerade diese Gamemaster unterstützen, eben damit mehr Wert auf den Kunden gelegt wird und dieser Pseudo-Support aufhört?

“Scheinbar hat Blizzard die Vorgaben noch weiter erhöht. Damals musste ich ~ 150 Tickets am Tag schaffen. Das habe ich nur erreicht, weil ich 4-5 Tickets simultan bearbeitet habe [...] Wie gesagt 4 Tickets gleichzeitig, damit du dein Pensum schaffst. Ich hatte jetzt noch Glück, dass ich das gut konnte und von Beginn an dabei war, ergo hatte ich auch die Ahnung vom Game. Aber alle Neuen schaffen das in der Regel nicht.” (Ama, 06.02.08, im IRC)
Tut mir leid, aber 4-5 Tickets gleichzeitig? Und wir wundern uns, dass der Support schlecht ist? Bei diesen ganzen “Das ist doch normal”- und “Mehr kann man für 13 Euro im Monat nicht erwarten”-Schreiern kann man sich doch nur noch an den Kopf fassen. Hat uns Blizzard wirklich schon so getrimmt, dass wir uns damit abfinden?

Fallbeispiel: Ich werfe unabsichtlich den falschen Spieler aus meinem Arenateam, wodurch er in der Abrechnung keine Arenapunkte bekommen würde. Ich schreibe ein Ticket, damit er wieder ins Team gemoved wird und werde mit dem üblichen “Es tut mir leid, aber…”-Makro angespeist.
“Die GMs arbeiten ausschließlich über Tools. Und darin gibt es nicht mal eine Funktion, die es einem GM ermöglicht, sowas zu verändern. Das Einzige, was du kannst, ist die Rohinfo in der Datenbank zu ändern. Aber das verstößt halt gegen die interne Blizz Policy. Und das is genau der Hacken.” (Ama, 06.02.08, im IRC)

“Du kannste den europäischen Blizzard-Support nicht mit dem US-Support vergleichen. Die haben da drüben ganz andere Möglichkeiten und ein viel höheres Budget.” (Tribun, 07.02.08, per Mail)

Dann ist es meine Schuld, dass ich kein Amerikaner bin und muss daher auf besseren Support verzichten?

“Klar, teilweise is der Support minimal und vor allem wenig zufriedenstellend. Deshalb bin ich schlussendlich auch gegangen. Aber es gibt auch Außnahmen, es hat sich viel verändert. Alleine die Eröffnung, ich muss heute immer noch schmunzeln: “Hallo Ama hast du eben Zeit? Ich möchte mit dir über [Ticketinhalt] sprechen”. Das hat damals ein SeniorGM vorgeschlagen, und ich habe es gehasst, weil ich das nicht mit einem Macro abhandeln kann. Aber es spart Zeit…” (Ama, 06.02.08, im IRC)

Aber Makros lösen keine Probleme, bzw. stellen die Kunden zufrieden. Mag ja sein, dass es einigen Leuten reicht, aber mir und vielen, vielen anderen Spielern (kann man aufgrund der großen Resonanz sicherlich sagen) ist das eben zu wenig.

Bleiben im Prinzip also eine Menge unzufriedene Spieler und Gamemaster. Die Spieler, weil ihnen nicht angemessen geholfen wird und die Gamemaster, weil sie nicht helfen dürfen. Trotzdem denke ich, dass wir mit dieser Aktion, bzw. Newsreihe schon etwas erreicht haben, denn scheinbar startet Blizzard Europe momentan wieder massiv nach Tickets Umfragen, wie dieser kürzlich eingeschickte Screenshot unterstreicht.

Abschließend möchte ich noch kurz anmerken, dass sich an meiner Berichterstattung auch in Zukunft nichts ändern wird. Auf jeder Ebene, so auch in der deutschen WoW-Community, muss es ein halbwegs ausgelichenes Verhältnis geben. Da die anderen großen Seiten nicht die ihnen zugeteilten Privilegien verlieren möchten, wird man auf diesen Seiten nie ein negatives Wort über Blizzard lesen. Es gibt einfach viele Sachen, die zumindest thematisiert werden müssen. Es mag sein, dass ich manche Dinge zu direkt, bzw. teilweise auch etwas zu forsch angehe, allerdings habe ich in meinem Leben den Leuten immer klar und deutlich meine Meinung gesagt und das werde ich aufgrund einiger Flames sicherlich nicht ändern. Vielleicht bin ich nicht “Everybodys Darling”, aber man kann mir sicherlich nicht vorwerfen, ich wäre ein Heuchler oder würde mein Fähnchen nach dem Wind richten. Mir ist durchaus bewusst, dass die Lobby der Stevinho-Hasser nicht gerade gering ist, was mich allerdings von Tag zu Tag weniger kratzt. Lasst sie flamen, lasst sie toben - fünf Jahre Community-Arbeit härten ab. Und ich denke, mein Erfolg mit dieser Seite und meiner Arbeit gibt mir Recht!

Zum Schluß noch eine kleine Anekdote:
“Nur ma so am Rande, damals dein Apriljoke mit den 2 Jägerpets: Legendär ist, was hinter den Kullisen gelaufen ist. Wie gesagt, ich hab das weitergegeben an die QA. Damals war das ein riesen Aufstand in Paris, Weil keiner wusste, wie ihr das gemacht habt. Und das alles nur wegen mir, weil ich das an die QA weitergegeben habe und als einziger WoWszene gelesenen habe.”<<

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